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Nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung in der KielRegion und Neumünster gemeinschaftlich umsetzen

20. August 2021 - Die digital stattfindende Fachtagung „Perspektive Fläche“ 2021 setzte ihren Schwerpunkt in diesem Jahr auf die nachhaltige Flächenentwicklung von Gewerbegebieten und intensiviert die Bestrebungen zur gemeinschaftlichen Umsetzung

Die dritte Auflage der Fachtagung „Perspektive Fläche“ fand erstmalig digital statt. Rund 70 angemeldete Akteure aus Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung konnten im virtuellen Miteinander Fachvorträge und Diskussionen verfolgen.

Seit 2013 bestehen gemeinsame Bestrebungen von Wirtschaftsförderer*innen, Flächenentwickler*innen und Kommunen aus der KielRegion und Neumünster, die zukunftsorientierte Flächenentwicklung weiter voranzutreiben und den regelmäßigen Informations- und Beteiligungsprozess der regionalen Akteure zu vertiefen. Initiiert wurde die Veranstaltung vom Planungsdialog der KielRegion mit der Stadt Neumünster.

Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung stand die nachhaltige, bedarfsorientierte und kooperative Gewerbeflächenentwicklung. Das aktuelle Projekt „Gewerbeflächenmonitoring (GEMO) 2020-2022“ liefert dafür eine wichtige Daten- und damit Entscheidungsgrundlage.

Der Impulsvortrag "Nachhaltiges Bauen am Beispiel des Zero Waste Space“
von Dipl. Ing. Arch. Sabine Schlüter lieferte spannende Einblicke in das nachhaltige und bewusste Bauen von morgen und in die Verbesserung der Rohstoffkreisläufe. Anhand von Beispielen stellte sie dar, welche Bauweisen zukünftig helfen können im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit voranzukommen.

Der Zero Waste Space im Kieler Wissenschaftspark ist z.B. „ein Gebäude zum Demonstrieren und Experimentieren“. Weitestgehend mit nachwachsenden Rohstoffen und nachhaltiger Gebäudetechnik gebaut, zeigt es exemplarisch auf, wie auch Gewerbeimmobilien der Zukunft ressourcenschonender umgesetzt werden können. Hierbei werden gleich drei verschiedene Fassadentypen getestet und dem norddeutschen Wetter ausgesetzt. Das Energiekonzept ist so konzipiert, dass es ohne eine integrierte Batterie auskommen kann und der Wasserkreislauf ist geschlossen. Das gesammelte Regenwasser wird aufbereitet und innerhalb des Gebäudes verteilt. Auch im Innenausbau wurde auf die CO2 Bilanz geachtet.

Herr Dr. Paul Raab von der Industrie- und Handelskammer zu Kiel stellte in seinem anschließenden Vortrag "Regionale Kooperation Westküste: Gewerbegebiete der Zukunft" einen Leitfaden zur Entwicklung von nachhaltigen Gewerbegebieten vor. Flächenentwickler*innen aus allen Regionen Schleswig-Holsteins erhalten damit eine Möglichkeit von zukunftsorientierten Lösungsansätzen zu partizipieren.

Initiator des Leitfadens ist die Regionale Kooperation Westküste: der seit 2012 existierende Verbund aus Kreisen, Wirtschaftsförderung und Wirtschaft bündelte seine Ressourcen mit einem gemeinsamen Ziel. Gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen wie die Digitalisierung, Klimaschutz, Mobilität und Veränderungen in der Arbeits- und Lebenswelt machen auch vor Gewerbegebieten nicht halt. Der Leitfaden richtet seinen Fokus auf die Westküste, ist aber so weit skalierbar, dass auch Kommunen und Kreise im gesamten Bundesland teilhaben können.

Jochen Weiand (Büro für Regionalanalyse Dortmund) und Gerhard Seltmann (GseProjekte Dinslaken) stellten abschließend die Ergebnisse des „Zwischenberichts zum Gewerbeflächenmonitoring in der KielRegion und Neumünster 2021" vor. Neben der Analyse des Bestands an Gewerbeflächen gibt es Informationen zu Größenordnungen und Qualitäten. Neu ist neben den verschriftlichen Daten vor allem die digitale Version des Monitorings. Mit Hilfe einer DruGIS unterstützten Datenbank können vollständige Informationen zu allen genutzten oder für künftige Nutzungen vorgesehenen Gewerbe- und Industrieflächen aufgerufen und mit Karten oder Luftbildern ergänzt werden. Der Aufbau der Datenbank ermöglicht es, inhaltliche und geografische Informationen zu den insgesamt rund 4.200 Flächen in beliebiger Weise zu verbinden. Der Abschlussbericht wird im September 2022 veröffentlicht.

„Das neue, digitale Monitoring und der schlanke Zwischenbericht vereinen den hervorragenden, digitalen Überblick mit den erhobenen Daten und bilden im Zusammenspiel die Grundlage für eine bedarfsorientierte Entwicklung des gemeinsamen Wirtschaftsraumes“, so Steffen Volk, Projektleiter vom Planungsdialog bei der KiWi, Kieler Wirtschaftsförderung.

Frau Sabine Schlüter, Zero Waste Space
Präsentation:
Zero Waste Space (Größe: 10 MB)
Email: info@zerowastespace.de

Herr Dr. Paul Raab, Industrie- und Handelskammer zu Kiel

Präsentation: Gewerbegebiete der Zukunft (Größe: 980 KB) und der Leitfaden für die Gewerbeflächen der Zukunft
Email: @email

Herr Jochen Weiand, Büro für Regionalanalyse Dortmund und Herr Gerhard Seltmann, Gse-Projekte Dinslaken
Präsentation: 
Gewerbeflächenmonitoring in der KielRegion und Neumünster 2021 (Größe: 2,6 MB)
Email: weiand@b-f-r.eu und 
seltmann@gseprojekte.de

Die gesamte Tagung im Stream ansehen: hier 
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Hintergrundinformation: Eingeladen zur Fachtagung Perspektive Fläche hatte der Planungsdialog KielRegion mit Neumünster (Planungsraum II). Der Planungsdialog versteht sich als gemeinsame Struktur der Raumplaner*innen und Wirtschaftsförderer*innen der Region und hat das GEMO-Projekt fachlich begleitet. Diese regionale Kooperation besteht seit 2013 und ist aus dem Regionalen Entwicklungskonzept hervorgegangen. Es zeichnet sich dadurch aus, dass Wirtschaftsförderer*innen und Planer*innen zusammen an der Abstimmung, Entwicklung und Vermarktung von für die Region bedeutsamen Gewerbestandorten arbeiten. Ziel ist es, im gemeinsamen Wirtschaftsraum Gewerbeflächen zu schaffen, die für Unternehmen attraktive Entwicklungschancen bereithalten

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